Berner Oberland-Bahnen AG

Die Berner Oberland-Bahnen AG (BOB AG) betreibt einerseits die Berner Oberland-Bahn. Sie erschliesst von Interlaken Ost aus die beiden Lütschinentäler nach Grindelwald und Lauterbrunnen. Anderseits betreibt die BOB AG die Schynige Platte-Bahn. Sie bietet Bahnromantik und Nostalgie inmitten der Bergwelt von Eiger, Mönch und Jungfrau. Zusammen mit der Jungfraubahn Holding AG (JBH) bildet die  BOB AG eine strategische Allianz, um Synergien zu nutzen. Die Aktien der BOB AG werden an der OTC-X der Berner Kantonalbank gehandelt.

Die Berner Oberland-Bahnen AG ist ein regional verankertes Transportunternehmen, das sich primär dem Service Public verpflichtet fühlt. Da sie einen Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes betreibt, haben Bund und Kanton eine klare Aktienmehrheit erworben. Das Kerngeschäft der BOB AG ist die Vermarktung der Berner Oberland-Bahn und Schynige Platte-Bahn. Letztere ist im touristischen Bereich tätig. Von grundlegender Bedeutung ist die enge Zusammenarbeit mit der Jungfraubahn-Gruppe. Die Kombination der beiden Geschäftsfelder im Kerngeschäft, das Naturerlebnis Schynige Platte und die Synergien aus der Allianz mit der Jungfraubahn Holding AG sind die Erfolgsfaktoren der Aktiengesellschaft.

Moderne und Nostalgie

Die Berner Oberland-Bahn ist eine moderne Regionalbahn mit Zubringerfunktion für die Ausflugsziele der Jungfrau Region. Die Züge verkehren durchgehend im Halbstundentakt und erreichen auf den Linien von Interlaken Ost nach Lauterbrunnen beziehungsweise Grindelwald eine Kapazität von 800 respektive 900 Personen pro Stunde. Ziel ist die komfortable Erschliessung der Lütschinentäler mit modernem Rollmaterial. Damit wird eine wichtige Dienstleistung im öffentlichen Interesse erbracht.

Von Wilderswil fährt die Schynige Platte-Bahn hoch zur Schynige Platte auf 1‘967 Metern über Meer. Die technische Grundkonzeption der historischen Zahnradbahn entspricht noch immer dem Stand um den ersten Weltkrieg. Sie verkehrt von Ende Mai bis Ende Oktober und bietet ein nostalgisches Bergerlebnis mit alpinem Panorama. Das Ausflugsziel wird als Top of Swiss Tradition vermarktet.

Strategie, Zielsetzung und neue Projekte

Ziel der BOB AG ist es, die beiden Bahnen kostenbewusst zu betreiben, die Öffentlichkeit bezüglich Abgeltungsbedarfs zu entlasten und die Schynige Platte-Bahn als historisches Juwel zu erhalten. Die enge Zusammenarbeit mit der Jungfraubahn-Gruppe sichert der BOB AG einen Konkurrenzvorteil. Primärer Fokus liegt auf dem Service Public und auf der Abrundung des Bergbahnangebots in der Region. Weiter strebt die BOB AG ein internes Wachstum an durch bessere Auslastung auf den BOB-Strecken der täglichen Randzeiten und der Zwischensaison. Sie unterstützt mit den Partnern innerhalb der Jungfraubahnen die Initiative «12 Monate Hochsaison».

Investitionen in die Zukunft der BOB

Ein bedeutendes Investitionsprojekt war die Anbindung der Berner Oberland-Bahn im Rahmen des Generationenprojekts V-Bahn mittels der neuen Station Grindelwald Terminal, die am 14. Dezember 2019 in Betrieb genommen wurde. Die BOB fungiert so als Zubringerin für die 3S-Bahn Eiger Express, das Ausflugsziel Jungfraujoch – Top of Europe und das Skigebiet Kleine Scheidegg-Männlichen, mit der 10er-Gondelbahn Grindelwald-Männlichen (GGM). Der direkte An­schluss der Ausflugsziele an den öffentlichen Verkehr inkl. Zeitgewinn ist eine deutliche Qualitätssteigerung für Gäste, die in die Jungfrau Region reisen.

Auf den Fahrplanwechsel 2023 wurde der umgebaute Bahnhof Zweilütschinen in Betrieb genommen. Er entspricht nun den Vorgaben für einen barrierefreien Zugang zum öffent­lichen Verkehr. Ebenfalls im Dezember 2023 wurde die neue Haltestelle sowie das Park+Ride in Matten eröffnet. Seither können Zusatzzüge eingesetzt wer­den, welche an rund 65 Tagen im Jahr in der jeweili­gen Lastrichtung von und nach Grindelwald verkeh­ren. Ziel ist es, durch bequemes Umsteigen den Bahnanteil im Personenverkehr weiter zu erhöhen und dadurch die Lütschinentäler vom Individual­verkehr zu entlasten.

Weiter investiert die BOB AG in neues Rollmaterial. Auf die Wintersaison 2025/2026 werden sechs neue Triebzüge in Betrieb genommen und weitere vier neue Triebzüge im ersten Halbjahr 2026.

Investitionen in die Zukunft der SPB

Die Bahninfrastruktur der Schynige Platte-Bahn stammt grösstenteils aus den Anfangszeiten. Die Bahn nahm 1893 ihren Betrieb auf. Damit dieser auch für die nächsten Jahrzehnten gewährleistet ist, wird der gesamte Oberbau erneuert, finanziert durch den Kanton Bern. Die erste Etappe erfolgte im April 2023. Geplant sind weitere Etappen , die jeweils im Herbst nach Betriebsschluss bzw. Frühling vor Betriebsaufnahme ausgeführt werden. Dabei wird das Gleisbett saniert, Schienen und Schwellen ersetzt und teilweise die Kastenzahnstangen ausgetauscht. Geplant ist auch ein Neubau für die Werkstätte Wilderswil. Alle Arbeiten an den Loks und Wagen werden von den Mitarbeitenden direkt und von Hand vor Ort ausgeführt.

Betriebe der Berner Oberland-Bahnen AG